Ein Gesandter des Imperiums

Das alte Königreich auf Pedesta.

Ein Gesandter des Imperiums

Beitragvon Doktor Sarkir am Di 13. Mär 2012, 20:13

Es ist tiefste Nacht in der Stadt Valburg. Drei Schiffe schneiden durch die Wellen, ihre pechschwarzen Segel blähen sich in den stürmischen Böen. Befehle werden in einer fremden, kehligen Sprache gekeift, bullige Matrosen bewegen sich galant in den Wanten. Die Segel selbst ziert ein Wappen: Auf dem pechschwarzem Hintergrund, rot wie Blut, ein Drache, darum ein Kreis aus Stacheln. Kein Zweifel, es handelt sich um Schiffe aus dem Imperium der Nocter. Zep. Die große Galeone nähert sich dem Hafen der Stadt, an ihrem Bugspriet steht eine einzelne Person. Ein Blitz zuckt auf, zerteilt den dunklen Himmel für Sekunden und erhellt das Gesicht des Mannes. Aschfahl wirkt seine Haut. Geradezu leichenblass. Sein Blick, starr wie Granit, ist auf den Hafen der Stadt gerichtet. „Gebt der Sprinter und der Pherma das verabredete Signal. Sie sollen außerhalb des Hafens auf uns warten.“, rief er einem Mann in roter Uniformjacke zu. „Zu Befehl, Eure Eminenz!“

Ein Leuchtfeuer wurde entzündet, von den Briggs kam Antwort und sie drehten ab. Die Galeone indes legt im Hafen an. Offensichtlich wurden sie bereits erwartet, denn am Kai steht ein Empfangskomitee bereit. Während die Leinen gesichert werden, donnert bereits die schwere Brücke auf den steinernen Kai. Zwei große, in dunkle Plattenrüstungen gehüllte Gestalten verlassen das Schiff und stellen sich flankierend vor die Brücke. Sie nehmen eine kerzengerade Haltung an, als dann auch noch der Mann mit dem aschfahlen Gesicht die Brücke betritt. In eine blutrote Robe gehüllt, die weite Kapuze tief ins Gesicht gezogen, nähert er sich den vier Soldaten, welche ihn schon erwarten. Als der Herr nun direkt vor ihnen steht, die Haltung etwas gebückt, von den Riesen in Rüstung flankiert, ergreift einer der Soldaten des Königs nun mit zittriger Stimme das Wort: „Ihr – Willkommen in Valburg, Eure Eminenz.“ Der Alte mustert den jungen Soldaten eine Weile, ehe er antwortet. „Willkommen... natürlich. Bringt Ihr mich nun zu Eurem Herren oder schlagen wir hier Wurzeln?“ Die Worte des Alten werden von einem äußerst kühlen Unterton begleitet. Ein leichtes, nicht minder kühles Grinsen huscht über sein Gesicht, als es ihm gewahr wird, dass dem jungen Soldaten vor ihm ein eiskalter Schauer über den Rücken läuft. „Nun denn... dann... Palast. Sofort.“, stottert der Junge, ehe er sich zackig umdreht, und die Herren durch die Stadt führt.

Die Flügeltüren des Palastes öffnen sich. Ein Herold stampft mit einem Stab auf und ruft durch den festlichen Saal: „Es tritt ein: Seine drakonische Eminenz, Darionus Melicus der Jüngere, Botschafter des Rates der Wissenden zu Zep, Mitglied der Familie Melicus, Nocter des schwarzen Schwarmes, mit einer wichtigen Nachricht, die keinen Aufschub duldet.“ Nach einem bestätigenden Wink des Herrschers tritt der Botschafter von seinen Wachen flankiert vor, schlägt seine Kapuze zurück und fixiert den König mit seinen kalten, roten Augen. Sein kahler Schädel ist von einer großen Narbe gekennzeichnet, die quer über diesen verläuft. Als er den Mund öffnet, entblößt er seine weißen, spitzen Zähne. „Eure Majestät, ich komme in einer dunklen Stunde für Euer Reich, doch ich komme mit guten Nachrichten. Mit einer Nachricht, die keinen Aufschub duldete. Daher danke ich Euch für die schnelle Audienz.“ Der König nickt verstehend und bedeutet ihm, fortzufahren. Der Botschafter nickt leicht und entrollt einen Brief.

„An seine Majestät, Johann von Solberg, König von Verdonia und Herrscher über das gesamte verdonische Reich, reich an Jahren und an Weisheit,

vor Kurzem sprach unser werter Senator, Professor Sarkir vor dem versammelten Rat. Er berichtete uns von einem Kult, welcher die Länder Neu-Verdonias heimsucht. Der Kult der Spinne. Er berichtete uns zum Einen von der prekären Situation in den Landen, zum Anderen aber berichtete er, dass es sich bei dem Kult unter Anderem um Totenbeschwörer handelt. Diese Art der Magie ist in den falschen Händen äußerst gefährlich, daher beschloss der Rat einstimmig, zum Ersten dem Kult der Spinne den Krieg zu erklären, zum Anderen Euch, Majestät, Unterstützung im Kampf gegen die Spinne anzubieten, sofern Ihr die Totenbeschwörer und ihr Wissen uns zugesteht. Wir werden nicht zulassen, dass erneut ein Kult diese einst als ehrbar geltende Form der Magie für ihre niederen Zwecke missbraucht.

Die Kriegsmaschinerie läuft bereits auf Hochtouren: Im ganzen Land werden neue Regimenter ausgehoben, alte wieder einberufen. Die Schmiedeessen der Feuerburg brennen Tag und Nacht. Der Magistrat von Nekropolis erklärte sich bereit, die schwarzen Klauen zu rufen; eine kleine, aber äußerst tödliche Einheit untoter Schleicher. Der dort ansässige Orden der Knöchernen Hand sicherte dem Vorhaben Ebenfalls Unterstützung zu. Die Schiffswerften Sturmwassers bauen Panzerschiffe im Akkord und Moorhain schickt ein ganzes Regiment der Moorhainer Falken. Binnen vier Wochen ist die erste Flotte bereit, in See zu stechen. Verstärkung folgt dann auf dem Fuße.

Der hohe Rat der Wissenden zu Zep erbittet eine schnelle Antwort.“


Der Botschafter schlägt die Kapuze wieder über seinen kahlen, bleichen Schädel und blickt abwartend in Richtung des Herrschers.
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Re: Ein Gesandter des Imperiums

Beitragvon Ardlan am Mi 14. Mär 2012, 15:05

Der König mustert die Anwesenden noch einige Momente, steht vom Thron auf und fängt langsam und bedächtigt an zu sprechen

Zuersteinmal wollen wir euch für euer größzügiges Angebot danken aber bevor, wir darüber entscheiden werden wir uns noch mit unseren Beratern zurückziehen müssen, um eine gewissenhafte Entscheidung zu treffen.

Aber bevor wir darüber entscheiden können, haben wir noch einige Fragen zu eurem Angebot:
Was verlangt euer Rat für eure Teilnahme an diesem Konflikt?


Er hält kurz inne während er langsam auf den Botschafter zugeht, fährt aber ohne auf Antwort zu warten mit seinen Fragen fort

Wenn ihr sagt diese Magie in den falschen Händen, was macht euch zu den Richtigen? Gibt es für solche Art der Magie überhaupt richtige Hände? Wir denken nicht, werden aber mit den Beratern darüber sprechen. Finstere Mächte werden diesen Krieg aber nicht entscheiden!
Und zuletzt, Wenn wir beschließen euer Angebot anzunehmen, wie lange würde es dauern bis eure Truppen in Neu Verdonia landen könnten?


Er bleibt zwischen zwei Mitgliedern der Königlichen Garde einige Meter vor dem Botschafter stehen und schaut diesen erwartungsvoll an.
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Re: Ein Gesandter des Imperiums

Beitragvon Doktor Sarkir am Mi 14. Mär 2012, 19:28

Der Botschafter lächelt kühl und ergreift erneut das Wort: "Nun, Eure Majestät, ich kann Euch versichern, dass sich dieses Wissen in den Händen meines Volkes keine Gefahr darstellen wird. Die ehrwürdige Universität zu Nekropolis kann auf eine großartige Vergangenheit in diesem Bereich zurückblicken. Seit mehreren tausend Jahren wird dort an den Todeswissenschaften geforscht und jedes Lebewesen im Imperium, welches in diesen Künsten bewandert ist, ist verpflichtet, sich dort zu registrieren.
Des Weiteren fragt Ihr, was der Hohe Rat als Gegenleistung für die Unterstützung erwartet. Nun, zu aller Erst bittet der Rat darum, überlebende Magier des Kultes dem untersuchenden Großinquisitor auszuliefern. Versteht mich bitte nicht falsch, bei uns ist eine "Inquisition" schlicht und einfach eine "Untersuchung". Die Magier werden untersucht und nach Nekropolis geschickt, wo wir dann die weiteren Verfahren ablaufen. Ansonsten hätte der Hohe Rat noch einen Wunsch: Ein Landstück, welches als Kolonie unter die Kontrolle des Imperiums gestellt wird. Großadmiral Flicknitz hier wird Euch, sofern seine Majestät es gestattet, den bisherigen Ablaufplan der Invasion erklären."


Erneut lächelt der Botschafter, diesmal hingegen schon freundlicher, und deutet auf den Gerüsteten zu seiner Rechten. Dieser nimmt den Helm ab...
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Re: Ein Gesandter des Imperiums

Beitragvon Doktor Sarkir am So 15. Apr 2012, 18:05

Der Admiral räuspert sich und ergreift das Wort:
Wie seine Eminenz bereits erwähnte ist die erste Invasionsflotte in einem Monat bereit, jedoch haben wir in der Nähe einen kleinen Flottenposten.. Nicht mehr als eine kleine Insel, aber mit befestigtem Hafen; es wäre nur eine Zweitagesreise nach Neu-Verdonia.

Im Groben befasst sich unsere Plan damit im Osten oder Südosten des Landes einen stark befestigten Brückenkopf zu errichten und von dort aus Späher zu entsenden, um mögliche Stellungen der Spinne ausfindig zu machen. Gleichzeitig werden wir versuchen, uns mit den Ureinwohnern des Landes gutzustellen, um unsere Versorgung durch Handel zu erleichtern.

In der Zweiten Phase werden wir versuchen, den Kult von neuen Anhängern abzuschneiden.

In der Dritten und letzten Phase unseres Plans werden wir unsere gesamte Invasionsarmee einsetzten, um jede einzelne Niederlassung der Spinne zu vernichten.

Da wir hörten das auch ihr diesen Kultisten den Krieg erklärt habt, hoffen wir, dass ihr uns bei unseren Plan unterstützt, um diesen Konflikt mit möglichst wenigen Verlusten aus der Welt zu schaffen.

Wir bitten euch inständig darum: Überdenkt unser Angebot. Der Kriegszustand wurde ausgerufen und die Flotte wird zusammengerufen. Wir werden entschlossen gegen die Spinne vorgehen.
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Re: Ein Gesandter des Imperiums

Beitragvon Ardlan am Mo 16. Apr 2012, 17:41

Man merkt wie mit jedem Wort des Admirals sich die Miene des Königs verfinstert. Als der Admiral endete, wendet sich der König ab und geht langsam wieder auf seinen Thron zu, während er sagt:

Das sind einige interessante Antworten. Wir werden uns mit unseren Beratern zurückziehen und über euer...

Er zögert kurz

...Angebot zu beraten.

Er bedeutet den Leuten, die neben dem Thron stehen, ihm zu folgen und verlässt den Thronsaal durch eine kleine Seitentür gefolgt von seinen Beratern.
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Re: Ein Gesandter des Imperiums

Beitragvon Ardlan am Do 19. Apr 2012, 10:53

Am nächsten Abend wird die Gesandtschaft erneut vorgeladen, um die Antwort des Königs zu erhalten. Im Thronsaal angekommen, werden die Gesandten von einem untersetzten Mann in teuren Gewändern empfangen.

Guten Abend, meine Herren, der König hat seine Entscheidung gefällt, wird diese aber leider nicht persönlich überbringen, da ihm momentan die Zeit dazu fehlt. Ich bin Karl Rosenberg ein treuer Berater des Königs und ab nächsten Monat der neue Botschafter seiner Majestät in Kendarra.

Nun kommen wir zu dem wichtigen Punkt: Eure Anfrage Truppen in unsere Ländereien zu entsenden, um den gemeinsamen Feind, die Gemeinschaft der Spinne, ein für alle mal zu vernichten.
Nun, die Lage ist wie folgt, Prinzipiell dürft ihr das Vorhaben durchführen, solange ihr euch an folgende Punkte haltet, welche selbstverständlich auch für alle die für euch kämpfen gelten.


Er holt hinter seinem Rücken eine Rolle Pergament hervor und beginnt diese zu verlesen

Erstens: Vorerst hat die Sicherung verdonischen Grundes oberste Priorität!

Zweitens: Die Streitkräfte von Zep müssen sich selbst versorgen können!

Drittens: Das verdonische Heer ist in diesem Krieg die treibende Macht, während die Streitkräfte von Zep nur die unterstützende Macht stellen.

Viertens: Alle Vertreter des Imperiums von Zep haben sich auf verdonischen Grund an die geltenden Gesetzte zu halten.
Anmerkung: Diese umfassen im Buch Zwei Teil Vier Paragraph Fünfzehn, sowie im Buch Vier Teil Eins Paragraph Sieben Punkt Fünf das Verbot zur Beschwörung, zum Führen oder sonstigem Treiben mit Untoten oder anderen Schrecken.

Fünftens: Die Streitkräfte von Zep haben selbst die Verantwortung für die Durchsetzung und Rechtfertigung von Disziplinarmaßnahmen innerhalb ihrer eigenen Truppen zu tragen.

Sechstens: Es sei euch gestattet sämtliche Magier, Priester oder andere Spinnenanhänger in Gefangenschaft zu nehmen und mit ihnen machen was ihr wollt, sofern diese selbstständig keinen Kontakt zu verdonischen Bürgern aufnehmen können.
Ausnahme: Karol Grauhand, sowie alle irgendwie gearteten Heerführer werden, sofern möglich, zumindest vorerst an einen Vertreter der verdonischen Krone übergeben.

Siebtens: Es sei euch gestattet alle geborgenen Artefakte einer schadlosen Untersuchung zu unterziehen und diese mit dem Einverständnis des Hüters für öffentliche Ordnung im Bereich Neu Verdonia auch zu behalten.
Anmerkung: Diese Position hat zur Zeit der Ritter Nepomuk von Siebenhieb inne
Ausnahme: Der Stab, der als Flamme wahren Glaubens bekannt ist, wird nach Sicherstellung unverzüglich an die Magiergilde in Valburg gesendet.

So sei es Gesetz in allen Landen die vom König aus Valburg regiert werden.


Nach diesem eher trocken Vorgetragenem schaut der Berater zum ersten Mal wieder auf und fragt

Seid ihr mit diesen Punkten einverstanden?
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Re: Ein Gesandter des Imperiums

Beitragvon Doktor Sarkir am Di 19. Jun 2012, 18:24

Nach kurzem Überdenken der Worte nickt der Gesandte. "Das Imperium erklärt sich mit allen Punkten einverstanden. Die Invasion wird wie geplant durchgeführt. Ich werde mich dann wohl nach meiner Rückkehr direkt an den Magistraten von Nekropolis wenden, auf dass kein Untoter als Kämpfer nach Neu-Verdonia reist. Schon bald wird im Südosten des Kontinentes eine Trutzburg stehen... " - Mit einem schiefen Grinsen fährt er fort. "Sofern es keine Fragen Eurerseits mehr gibt, Hoheit, so würde ich nun gerne dem Rat Eure Entscheidung mitteilen."
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