Auf dem Ozean südlich von Neu Verdonia

Das unbekannte Land der Spinne.

Auf dem Ozean südlich von Neu Verdonia

Beitragvon Rion am Mi 2. Jun 2010, 16:33

"Kapitän?", Rion rief über das Ganze schiff. Er wurde von einigen Matrosen seltsam angestarrt, deren Blick er wütend erwiderte.
Als er endlich Baro fand, ging er direkt auf ihn zu und versuchte gar nicht mehr zu verstecken, dass er mehr als aufgebracht war.
"Was ist denn Rion? Seid ihr unzufrieden mit der Beute?", fragte Baro mit Unschuldsmiene.
"Die Beute ist mir egal. Ihr könnt von mir aus alles behalten. Aber ich dulde keinen weiteren Aufschub. Wenn ich es nicht schnellstmöglich wieder zurück schaffe, dann wird sogar Harmir ungehalten sein. Und glaubt mir. Er sendet euch dann mit Sicherheit mehr als nur ein Schiff entgegen."
Baro erstarrte und musterte Rion mit offenem Mund. So wütend wie Rion über die etlichen Verzögerungen war, war es nicht möglich herauszufinden, ob er bluffte oder die Wahrheit sprach.
"Ist ja gut... wir beeilen uns...", versuchte Baro Rion dann zu beschwichtigen. "Wir nehmen direkten Kurs auf Appelbach."
Rion schien tatsächlich etwas beruhigt zu sein. "Gut... ihr könnt von mir aus machen was ihr wollt, wenn ich erst an Land bin. Ich werde die Seeschlange erst einige Zeit später wieder benötigen. Die ein oder zwei Wochen könnt ihr getrost über die Wellen pflügen und nach Beute Ausschau halten. Aber auf keinen Fall zu nah an Appelbach. Am Ende erfährt noch jemand, was ihr treibt. Oder habt ihr vergessen wie viele der Mannschaft des letzten Schiffes überlebt haben?"
Baro schluckte. Es hatte nur knapp zehn der dreißigköpfigen Mannschaft überlebt, die ihr letztes Ziel gewesen waren. Baro hatte sie einfach an der Küste aussetzen wollen, doch Rion hatte jedem einzelnen von ihnen den Dolch ins Herz gestossen. Sie waren viel zu nah an Neu Verdonia gewesen und jeder einzelne Zeuge wäre zu gefährlich geworden. Dann hatte man auch noch einen Tag eine Stelle suchen müssen, in der es Haie gab um die Leichen loszuwerden. Sicher war nunmal einfach sicher.
Und genug Tränke um alle zehn Mann vergessen zu lassen was passiert war, hatte er definitiv nicht vorrätig gehabt. Schließlich gab es auf See keine Kräuter.
Auch wenn das Handelsschiff einiges an Pflanzen geladen hatte waren die meisten jedoch völlig unnütz für seine Trankrezepte. Nur wenig hatte er verwenden können. Zumindest hatte er seine Mindestreserve zusammen bekommen können.
"Ich weiß ihr wollt gerne so viel Beute wie möglich machen. Das ist mir auch völlig egal. Aber nicht auf Kosten meiner Zeit. Versteht ihr? Oder wollt ihr lieber wieder Kämpfen ohne Heiltränke parat zu haben? Sicher hättet ihr mittlerweile nur noch die Hälte eurer Männer übrig. Und dann könntet ihr weitere Beutezüge vergessen."
"Ihr habt recht." Baro setzte eine bedrückte Miene auf. "Entschuldigt bitte. Und natürlich wollen wir nicht auf eure Heiltränke verzichten müssen. Auch eure Mittelchen gegen Magie sind sehr hilfreich. Ich hätte nicht gedacht, dass so viele Schiffe sich ebenfalls von Magiern begleiten lassen."

Baro war eindeutig noch nicht lange Kapitän. Auch die gesamte Mannschaft hatte sich vieles wesentlich zu einfach vorgestellt. RIon hatte seit langer Zeit kaum ein Schiff erlebt, auf dem nicht mindestens ein Magier anwesend gewesen war. Beim letzten waren es sogar drei gewesen. Magier auf See konnten ungemein gefährlich sein.
Nur weil die Magischen völlig verwirrt waren, dass ihre Kräfte nicht gewirkt hatten, konnten sie schnell und ohne große Umschweife mit dem Bogen und Armbrüsten erledigt werden.

"Setzt mich einfach eine Tagesreise westlich von Appelbach ab. An genau dieser Stelle werdet ihr mich dann zwei Wochen später wieder abholen oder einen Boten von mir finden. Je nachdem ob ich länger brauche oder sich meine Pläne geändert haben."

Daraufhin gab Baro die Kursänderung bekannt. Sie peilten eine Stelle westlich von Appelbach an, die in etwa eine Tagesreise zu Fuß von Appelbach entfernt lag.

Drei Tage später wurde Rion dann des Abends an Land abgesetzt. Rion suchte noch im letzten Licht des Tages ordentlich Pflanzen, aus denen er eine nicht geringe Menge an Heiltränken und Willensstärketränken braute. Diese gab er dann dem Boot mit bevor es zurück zur Seeschlange fuhr.

Am nächsten Morgen brach er in nordöstlicher Richtung auf, bis er den Weg nach Appelbach erreichte. Auf diesen lenkte er ein und begab sich wieder nach Appelbach, welches er so überstürtzt hatte verlassen müssen.
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