Ankunft in Valburg

Das alte Königreich auf Pedesta.

Ankunft in Valburg

Beitragvon Rion am So 21. Feb 2010, 03:24

Rion blickte auf die Stadt. Wie immer, wenn er größere Städte sah, war er im ersten Moment beeindruckt. Nicht mehr lang, dann würde die "Falkenflug" im Hafen vor Anker gehen.

Er hatte einen Händler gefunden, der Verdonia ansteuerte und bereit gewesen war ihn mitzunehmen. Gegen Bezahlung versteht sich. Die Reise war lang gewesen und er hatte sich mit dem Händler, dem Kapitän und einigen der Matrosen angefreundet. Meist war alles recht langweilig gewesen und er hatte angeboten auf dem Schiff aus zu helfen, aber der Kapitän hatte abgelehnt, da Rion kein erfahrener Seemann war. Er würde nur die anderen bei ihrer Arbeit behindern, was er dann auch eingesehen hatte. Statt dessen hatte er oft mit den Seemännern gewürfelt, Karten gespielt oder sich Geschichten erzählt.
Jedes Mal, wenn ihm eine einfiel, lauschten die Matrosen gespannt. Abenteuer vom Lande hatten für Seemänner etwas geheimnisvolles. So vieles war um so unendlich komplizierter an Land. Auf See war alles sehr viel einfacher.
Natürlich war auch die See nicht ungefährlich. Piratenangriffe hatten sie vier abwehren müssen. Doch genau in diesen konnte Rion dann doch helfen. Gerade die heimtükischen Angriffe überrumpelten viele der Seeräuber doch sehr, die zumeist nur den lauthals brüllenden Kampf kannten. Ein leises Anschleichen von hinten erwarteten sie nicht, wenn der Kampf in vollem Gange war. Oft sprintete Rion dann in den Rücken eines Gegners, bevor dieser ihn bemerken konnte und zog mit dem Messer seine so häufig geübte Bewegung, um schließlich zum nächsten zu rennen.
Und dann gab es auf der Reise noch einen längeren Sturm. Glücklicherweise nahm das Schiff nur wenig Schaden und es kam, bis auf einige leichte Verwundungen, niemand zu Schaden. Allerdings hatte der Sturm das Schiff vom Kurs abgebracht, so dass sie mehrere Tage verloren hatten.

Nachdem Rion sich an der Stadt satt gesehen hatte ging er zur Kapitänskajüte, in der Hoffnung dort auch den Händler zu treffen.
Als er vor der Tür stand klopfte er an, worauf ein lautes, aber freundliches "Herein" ertönte. Rion öffnete die Tür und trat ein, wobei er sich ein wenig bücken musste. Auf Schiffen war immer alles so verdammt niedrig.
Drinnen standen Harmin, der Händler und Naffkan, der Kapitän, über Karten gebeugt. Wahrscheinlich besprachen sie gerade die nächsten Reiserouten und wie sie die verlorenen Tage eventuell wieder einholen könnten.
"Ah Rion, was führt euch zu uns?", fragte Harmir, nachdem er kurz von den Karten aufgeschaut hatte.
"Ich wollte fragen, ob ihr mir sagen könntet welche Währung in Verdonia genutzt wird? Und ob ihr mir Geld eintauschen könntet?"
"Feuermark. Und nein, tut mir leid. Leider habe ich selber nicht genug. Ich muss selber in der Stadt erst noch einiges eintauschen. Dabei liegen wir wegen des Sturmes leider überhaupt nicht gut in der Zeit. Ich muss zudem auch noch zu einigen Treffen, ansonsten werde ich meine Waren nicht einmal mehr los."
"Vielleicht kann ich euch helfen. sagt mir einfach, wo ich Geld eintauschen kann, gebt mir mit, was ihr eingetauscht bekommen wollt und ich erledige das. Dann kann ich auch meine Sachen vorerst hier lassen, da ich noch nicht weiß, ob ich direkt hier in Valburg weitere Informationen finde, oder ob ich weiter mit Euch fahren würde."
Für gewöhnlich würde ein Händler ja nie einem anderen sein Geld anvertrauen, doch ada Rion Harmir bei einem der Piratenüberfälle das Leben gerettet hatte, konnte er dies anbieten, ohne gleich für einen Dieb gehalten zu werden.

Da er Harmir und Naffkan mittlerweile auch als Freunde ansah, würde er sie ohnehin nicht bestehlen. So hatte er den beiden auch anvertraut, nach was für Informationen er derzeit suchte. Ebenso hatte er ihnen verraten, welche Ausbildung er bekommen hatte.
Beide hatten zuerst geschwiegen, doch schlussendlich hatten sie gelächelt und ihm auch ihre Geschichten erzählt.

"Ja, das wäre allerdings äußerst hilfreich, Rion. Ich werde euch nachher erzählen, wo ihr in der Hafengegend den bestmöglichen Kurs bekommt. Aber ich rate euch, tauscht nur die Feueraugen. Die Geldtauscher hier hauen einen schnell übers Ohr, wenn es um Silber- oder Goldaugen geht. Wenn ihr wollt, kann ich euch auch einige eurer Silberaugen noch in Feueraugen tauschen, falls ihr nicht genug davon habt. Oder falls ihr plant euer gesamtes Geld einzutauschen."
"Naja, nicht das gesamte.", entgegnete Rion, "Ich weiß ja nicht, ob ich irgendwann wieder zurück muss."
"Ja, da habt ihr wohl Recht. Beim zurücktauschen dürftet ihr Verlust machen. Wenn ihr wollt, können wir es folgendermaßen machen: Ihr tauscht einfach euer gesamtes Geld ein. Wenn ihr irgendwann wieder zurück müsst, dann fahrt ihr wieder mit mir zurück. Ihr kennt ja meine Route mittlerweile fast besser als ich selber. Also wisst ihr auch, zu welcher Zeit im Jahr, ich mich in welchem Hafen befinden müsste. Wenn ihr also wieder mit zurück kommt, dann tausche ich euch einfach das Geld zum gleichen Kurs zurück. Ihr habt keinen Verlust. Ich spare mir dann die Rennerei. Was haltet ihr davon?"
"Das klingt gut. So machen wir es.", willigte Rion ein.

So tauschte Harmin Rion sämtliches Geld in Feueraugen um. Was für manch einen eine ungeheure Summe zu sein schien, war für den Händler keine Schwierigkeit. Dies lag zum Teil auch daran, dass so manche seiner Waren sehr heikel waren. Das Risiko war hoch, aber der Gewinn um so höher.

Als sie zwei Stunde später angelegt hatten, begab Rion sich mit einer Eskorte von zehn Mann, einer mittelgroßen Truhe, und etlichen Beuteln zum Geldtauscher. Das meiste des Geldes gehörte natürlich Harmin, jedoch war Rions Vermögen auch nicht wirklich unbedeutend.
Zuerst machten sie jedoch einen kurzen Halt bei den Wachstuben in der Nähe des Hafens, so wie Naffkan geraten hatte. Gegen eine Gebühr, war eine Abteilung der Bewaffneten bereit, Rion zum Geldleiher und wieder zurück zu eskortieren. Dies würde sämtliche Diebe bereits im Vorfeld abschrecken, etwas dummes zu versuchen.
Die Seemänner konnten also wieder zurück zum Schiff.

Etwa eine viertel Stunde später kamen sie beim Geldleiher an. Sie betraten alle das Gebäude. Rion ging voran. Einige Soldaten bezogen Stellung neben der Tür, andere verteilten sich im Raum.
Als Rion den Mann erblickte, der der Beschreibung nach für das Tauschen zuständig sein musste, stellte er die Truhe auf einen Tisch. Die Beutel jedoch holte er noch nicht hervor.
"Meinen Gruß edler Herr, ich möchte Geld tauschen.", eröffnete Rion das Gespräch und hoffte darauf, dass sich die Verhandlungen nicht all zu sehr in die Länge ziehen würden.
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Re: Ankunft in Valburg

Beitragvon Aaron am Mo 22. Feb 2010, 13:27

"Da bin ich auf jedenfall der richtige Mann für euch!", sagt der glatzköpfige Mann zu Rion, "entweder ihr habt sehr viel Geld oder eine besonders unhandliche Währung. Dann zeigt doch mal her."
Der Mann legt schoneinmal die Gewichte der Waage bereit und holt seinen Abakus hervor. Dann blickt er gespannt auf die Kiste.
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Re: Ankunft in Valburg

Beitragvon Rion am Mo 22. Feb 2010, 17:55

"Wie man's nimmt. Man könnte sagen, sowohl als auch. In Massen ist selbst die Handlichste Währung irgendwann trotzdem unhandlich.", entgegnet Rion. Dann öffnet Rion die Truhe und schiebt sie auf dem Tisch so hin, dass der Mann den Inhalt begutachten kann. Anschließend holt er noch sechs Beutel hervor, deren Inhalt einfach nicht mehr in die Truhe gepasst hat.
Rion öffnet die Verschnürung von allen Beuteln gerade so weit, dass man gut in diese hineinschauen kann, die Feueraugen jedoch nicht herausfallen können.
Dann stellt Rion noch einen weiteren, kleineren Beutel auf den Tisch. Als er diesen in der selben Art öffnet, sieht man, dass darin nicht Feueraugen, sondern Silberaugen enthalten sind.
In der Truhe befindet sich ein Vermögen von achtundzwanzig tausend Feueraugen. Die Beutel sind alle zu je sechshundert Feueraugen gefüllt. Der kleinere Beutel ist mit rund zweihundert Silberaugen ausgestattet.

Zu guter Letzt fördert Rion einen letzten Beutel zu Tage. Den legt er dem Mann einfach direkt hin.
"Mit den besten Grüßen von Harmir. Er sagte, ihr mögt diese Gewürze sehr und dass sie hierzulande nur äußerst schwer zu bekommen seien. Es ist nur eine kleine Aufmerksamkeit, da er meinte, ihr wärt immer stets freundlich und eine ehrlichere Haut als die anderen Händler, die ebenfalls Geld tauschen.", bei den Worten lächelt Rion den Mann an.
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Re: Ankunft in Valburg

Beitragvon Aaron am Mo 22. Feb 2010, 18:48

"Ach, der alte Harmir, richtet ihm meinen Dank aus," sagt der glatzköpfige Mann und nimmt den Beutel an sich. Er öffnet ihn kurz und nimmt einen tiefen Zug.
"Feueraugen... kleine, bunte Steine. Vielleicht Glas oder leichter Kristall. Die Form ist äußerst willkürlich gewählt, nicht aufwändig geschliffen," meint der Mann hinter dem Tisch und bewertet die Feueraugen kritisch, "Der derzeitige Umrechnungkurs ist 3 Gramm zu 1 Feuermark bei Feueraugen. Ein Zehntel des Endbetrags ist allerdings noch als Gebühr zu verrichten, mindestens aber ein Dutzend Feuermark. Wollt ihr das alles eintauschen?"
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Re: Ankunft in Valburg

Beitragvon Rion am Mo 22. Feb 2010, 19:45

Rion reißt die Augen auf.
"Guter Mann. Wollt ihr, dass Harmir mich grün und blau schlagen lässt, wenn er sieht, wie wenig ich ihm für sein Geld bringe? Er wird denken, ich hätte mir einfach einen Großteil in die eigene Tasche gesteckt, oder irgendwo untergebracht, um es später zu holen.", meint er mit Besorgnis in der Stimme.
"Er trug mir auf, ihn ja nicht übers Ohr hauen zu wollen. Er habe keine Zeit sich selbst um das Geld zu kümmern, da wir in einen Sturm geraten sind und seine Zeitpläne dadurch hinterherhinken. Das alleine schon hat seine Laune nicht gerade gefördert"
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Re: Ankunft in Valburg

Beitragvon Aaron am Mo 22. Feb 2010, 20:17

"Guter Herr, das ist der derzeitige Kurs! Man wird nur schwer diese Steine wieder los. Die Grenzen zu den Lande, wo diese Währung herkommt, werden ständig geschlossen!", verteidigt sich der Herr, "außerdem ist die Gebühr ja nicht nur für mich, sondern vor allem für die königliche Steuer. Und ihr wollt den König jawohl nicht um seine Steuer bringen, oder?"
"Wie viel wollt ihr denn nun eintauschen?", fragt der Mann noch einmal.
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Re: Ankunft in Valburg

Beitragvon Rion am Mo 22. Feb 2010, 20:26

Rion nimmt den Beutel mit den Silberaugen erstmal wieder vom Tisch.
"Alles was ihr hier noch seht. Harmir meinte, er plant den Handel mit eben jenen Landen zu beenden. Für die weiteren Warenkäufe habe er noch genug Feueraugen. Also wird er in Zukunft auch kaum noch Feueraugen bringen. Und außerdem meinte er, ihr bräuchtet euch gar nicht an die offiziellen Kurse halten, denn das seien ja nur die Kurse, die man unwissenden Händlern andrehen wolle. Oder wollt ihr euren alten Freund auf einmal ausnehmen? Glaubt ihr mir vielleicht gar nicht, dass ich in Harmirs Auftrag hier bin? Zudem: Ihr wisst doch besser als so manch anderer, welche Waren Harmir hin und wieder für den König verschifft. Wollt ihr wirklich, dass er damit aufhört? Der König dürfte wütend werden, wenn er erfährt, dass einer seiner besten Lieferer aufhört, weil er sich übers Ohr gezogen fühlt. Und was glaubt ihr, was er sagen wird, wenn er hört, dass dies nur passiert ist, weil er nicht seinen gewohnten Kurs bekommt?
Der König wird sich schon über einen solch geringen Verlust nicht aufregen, wenn er erfährt, dass er dafür Harmirs Dienste noch länger in Anspruch nehmen kann."
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Re: Ankunft in Valburg

Beitragvon Aaron am Mo 22. Feb 2010, 20:47

"Ich glaube euch schon, dass ihr in Harmirs Auftrag hier seid. Womit er genau handelt, weiß ich allerdings nicht und inwiefern das den König betrifft auch nicht," erklärt der Mann Rion.
"Ich habe es nicht nötig mit euch um das Geld zu feilschen," fährt der Glatzköpfige fort und schließt die Truhe wieder, "Tauscht es bei mir, einem ehrlichen und fairen Wechsler, oder bei einem der zahlreichen dubiosen Wechsler in einer der Nebenstraßen. Ihr solltet aber keinesfalls ohne Feuermark zu Harmir zurückkehren, denn dann werdet ihr erst recht grün und blau geschlagen werden."
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Re: Ankunft in Valburg

Beitragvon Rion am Mo 22. Feb 2010, 21:28

Rion mustert den Händler einige Zeit schweigend, drängt dann aber seine finsteren Gedanken zurück.
Er hat sich fest vorgenommen nicht gleich schon zu Beginn seines Aufenthaltes Probleme zu bekommen.
Er dreht sich zu den Soldaten um und geht zum Hauptmann des Trupps.
"Tja ... schwerer Bursche. Aber was solls. So wie er die Interessen des Königs vertritt, kann man ihm wohl schwerlich deswegen böse sein. Ich denke ich werde tatsächlich mit Feuermark wieder zurückmarschieren. Harmir meinte, sollte ich hier schneller als Erwartet fertig sein, dann soll ich noch zu einem weiteren Freund von ihm. Wenn ich die Truhe hierlasse, wird niemand vermuten, ich hätte Geld dabei.", dabei schaut er an sich herab. Er macht wahrlich nicht den Eindruck eines reichen Mannes. "Also benötige ich euren Schutz nicht mehr. Das wesentlich handlichere Geld kann ich auch alleine gut beschützen. Habt Danke für eure Hilfe."
Rion drückt dem Hauptmann noch ein kleines Beutelchen in die Hand, welches allerdings mit Feuermark gefüllt ist. Nachdem der Hauptmann einen schnellen Blick hineingeworfen hat, steckt er es ein und geht mit seinen Soldaten hinaus. DIeses Beutelchen dürfte der Eskorte einen schönen Saufabend bescheren.

Nachdem die Tür wieder zu ist, dreht sich Rion zum Händler um.
"Gut. Reden wir jetzt noch einmal über den Wechselkurs. Ich denke, ihr habt nun eure Schuldigkeit getan, und die Soldaten können sich sicher sein, dass ihr immer nur das Wohl des Königs im Sinn habt."
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Re: Ankunft in Valburg

Beitragvon Aaron am Mo 22. Feb 2010, 23:53

"Der derzeitige Umrechnungkurs ist 3 Gramm zu 1 Feuermark. Das wären dann 5 Feueraugen pro Feuermark, wenn das für euch besser zu rechnen ist. Die Gebühr von 10% Prozent erwähnte ich ja auch bereits und das sie mindestens ein Dutzend Feuermark beträgt," wiederholt der Mann ruhig, "Wie viele Feueraugen möchtet ihr nun umtauschen?"
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